Klar Schiff im Untergrund: Leitungen und Kabel verlegen

Unter den Straßen und Gehwegen in Horn - dort wo zukünftig die U4 fahren wird - ist schon heute eine Menge los: Hier verlaufen etliche Kilometer an Kabeln und Leitungen. Sie stellen die Versorgung der Anwohnerinnen und Anwohner mit Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation sicher. Bevor die HOCHBAHN mit den Bauarbeiten für den U4-Tunnel beginnen kann, muss sie deshalb erstmal prüfen, wo bedenkenlos gebaut werden kann und wo Leitungen „im Weg“ sind.

Und was passiert, wenn unterirdische Kabel und Leitungen dort verlaufen, wo der Tunnel gebaut werden soll? Um sie herum zu graben, ist nicht immer möglich. Eine Unterbrechung während der Bauzeit kommt aber auch nicht in Frage. Stattdessen gibt es je nach Lage der Leitungen zwei Möglichkeiten:

Dauerhafte Verlegung
Manche Leitungen können um einige Meter verlegt werden, sodass sie außerhalb des Baubereichs sind. Dort bleiben sie auch nach Ende der Bauarbeiten. In Horn ist das zum Beispiel bei vielen Gasleitungen der Fall. Eine weitere Möglichkeit ist, neue Leitungen zu legen – so wird beispielsweise in der Manshardtstraße eine neue Abwasserleitung durch den Boden gebohrt. Wiederum einen anderen Weg geht die Telekom, deren Anschlüsse sich heute zentral in einem großen Gebäude befinden und zukünftig auf kleinere Schaltkästen verteilt sein werden.

Bauzeitliche Verlegung
In diesem Fall ist die Verlegung der Leitungen nur vorübergehend. Sind die Bauarbeiten beendet, kommen die Leitungen an ihren ursprünglichen Platz zurück. Einige davon werden unter dem Tunnel hindurchgeführt, andere darüber hinweg. Eine spezielle Möglichkeit der bauzeitlichen Verlegung sind sogenannte Leitungsbrücken.

Leitungsbrücken: So gelangen Kabel über die Baugrube

Wer sich unter einer Leitungsbrücke ein Konstrukt vorstellt, das in einigen Metern Höhe über die Baugrube hinwegführt, wird sich bei den U4-Bauarbeiten in Horn vielleicht wundern. Hier verlaufen die Brücken nämlich unterirdisch bzw. ebenerdig: Als Unterbau dienen Betonpfähle, die links und rechts des geplanten Tunnels tief in den Boden gebohrt werden und später als seitliche Befestigung der Baugrube dienen. Als Überbau werden Leerrohre über die Pfähle gelegt, die später die Kabel und Leitungen aufnehmen.


Kabel und Leitungen im Untergrund (links) werden über Leitungsbrücken (Mitte) geführt, um Platz für Tunnel/Haltestellen zu schaffen (rechts)



Anschließend kann das Erdreich zwischen den Pfählen ausgraben werden und die Leitungen bleiben oben. Unten in der Baugrube ist dann Platz für den Tunnelbau. Wie alle Bauarbeiten rund um die neue U4 werden auch die Leitungsbrücken nicht alle auf einmal errichtet, sondern Abschnitt für Abschnitt.

Gut zu wissen: Ganz ähnlich werden in Horn auch Überführungen über die Baugrube hinweg errichtet. Dank ihnen kann die Baustelle direkt zu Fuß überquert werden, statt umständlich drumherum zu gehen.


Weitere Informationen

(Stand: 05.06.2020)

Kommentare

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Hierzu die Frage: Wird bei der Änderung der Telekom Infrastruktur auch endlich Lichtwellenleitungen verlegt oder wird weiterhin auf die veraltete Kupferleitung mit Vektortechnik gesetzt?

Guten Tag Herr Thiel,

vielen Dank für Ihre interessante Frage. Wir haben dazu recherchiert, konnten aber nicht herausfinden, wie die neuen Leitungen angelegt sind. Da jeder Leitungsträger die notwendigen Arbeiten eigenständig umsetzt, sind wir in die technischen Details nicht eingebunden und würden Sie bitten, sich mit Ihrer Frage direkt an die Telekom zu wenden.

Seit vielen Monaten ist der Wasserstand im Horner Moor sehr zurückgegangen und ist auch jetzt recht niedrig. Nun nähert sich die Baustelle an der Manshardtstraße dem Teich und es wurde dort auch schon eine Menge Sand an das Ufer gekippt; ein Absperrzaun hat sich dem Teich genähert. Muß ich befürchten, dass der Teich, im dem bis vor einigen Jahrzehnten eine beliebte öffentliche Badeanstalt war, in der u.a.meine Kinder das Schwimmen lernten, seinen Charakter verlieren kann? In diesem Teich leben und brüten mehrere Arten von Wasservögeln und sogar auch Sumpfschidkröten (!). Es wäre ein großer Verlust, wenn der Teich viel von seiner Natürlichkeit verlieren würde.
Hermann Herkenrath

Sehr geehrter Herr Herkenrath,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Der Schutz der Umwelt ist sehr wichtig und die Auswirkungen des U4-Bauvorhabens auf das Grundwasser und die oberirdischen Gewässer Horner Moor und Schiffbeker Moor wurden im Vorfeld sorgfältig ermittelt und beurteilt. Hierzu gehören Gutachten zum Natur- und Artenschutz und es werden Maßnahmen ergriffen, um negative Auswirkungen zu vermeiden. Zum Beispiel beobachten wir bereits seit 2018 anhand von 44 Messpegeln den Grundwasserstand und können Veränderungen durch die U4- Baustelle so frühzeitig erkennen und darauf reagieren.

Während der U4-Planung wurde auch untersucht, ob eine Verbindung zwischen dem Grundwasser und dem Teich im Horner Moor besteht. Die Ergebnisse zeigen, dass eine solche Verbindung sehr unwahrscheinlich ist bzw. nicht nachgewiesen werden konnte. Es ist daher anzunehmen, dass das Horner Moor durch Regenwasser gespeist wird. Veränderungen im Wasserstand beruhen daher wahrscheinlich auf geringen Niederschlagsmengen.

Die von Ihnen genannte Baumaßnahme am Teich steht nicht im Zusammenhang mit der U4-Baustelle. Soweit wir informiert sind, erneuert der Bezirk zurzeit den kleinen Spielplatz im Horner Moor und setzt weitere Maßnahmen im Uferbereich des Teiches um.  

Für die U4-Verlängerung wird an der Manshardtstraße zurzeit auf Höhe des Horner Moors zwischen Balkan Grill und den ehemaligen Kleingartenflächen gearbeitet. In diesem Bereich finden Leitungsverlegungen von Hamburg Wasser als Vorbereitung für den späteren Tunnelbau statt.

Herzliche Grüße,
Ihre HOCHBAHN