Sprung über die Elbe mit der U4

U4-Haltestelle schwebt über dem Wasser

Ihren Namen hat die HOCHBAHN nicht umsonst. Einige von Hamburgs U-Bahn-Strecken verlaufen oberirdisch, die Bahnen schweben quasi durch die Stadt. Besonders die U3 fährt auf Viadukten von der Alster zur Elbe, sehr zur Freude vieler Fahrgäste vor allem entlang des Hafens. Eine weitere Panoramastrecke schließt sich in Zukunft gen Süden an – ein Sprung über die Elbe mit Aussicht.


Mit der U4 geht es dann über die Norderelbe in Hamburgs neues Quartier Grasbrook. Damit baut die HOCHBAHN ihr U-Bahn-Netz weiter aus und schafft einen Schnellbahnanschluss, während dort Wohnungen und Büros gebaut werden.


„Wir freuen uns, dass die Planungen nun konkreter werden und wir damit einen großen Schritt in Richtung Mobilitätswende machen. Wie auch bereits bei den U4-Arbeiten in der HafenCity ist das Besondere, dass wir durch die gleichzeitige Planung von Stadtteil und U4-Verlängerung einen großen Spielraum für Gestaltungsmöglichkeiten haben", sagt Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der HOCHBAHN.

Dafür verlässt die U4 die Haltestelle Elbbrücken – heute schon ein beliebter Aussichtspunkt – und überquert die Elbe auf einer neuen U-Bahn-Brücke parallel zu Auto- und Bahnbrücken. Weiter geht es oberirdisch über ein leicht ansteigendes Viadukt an den neu entstehenden Gebäuden vorbei, um den Stadtteil mit einer Haltestelle über dem Moldauhafen zentral zu erschließen.

U4 Grasbrook Längsschnitt

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Das Besondere an der neuen Haltestelle: Sie schwebt nicht nur komplett über dem Wasser – und gewährt damit tolle Perspektiven auf den neuen Stadtteil. Der Bereich unter der Haltestelle wird auch als zweite Ebene für den Fuß- und Radverkehr dienen und damit die Menschen beider Ufer verbinden. Ebenerdig soll es vom Moldauhafen- zum Hafentorquartier gehen.

Und das Beste: Die Haltestelle erschließt nicht nur die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Stadtteils, sondern auch die der nördlichen Veddel. Über die Veddeler Brücke, eine Fußgängerbrücke, überqueren sie Autobahn und Schienen, die den Stadtteil bisher vom Grasbrook trennen, und erreichen so schnell die U-Bahn.

U4 Grasbrook Haltestelle Moldauhafen

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Wie sieht die Haltestelle genau aus?
Es handelt sich um eine Haltestelle mit Mittelbahnsteig, die rund 17 Meter breit ist und etwa 16 Meter über dem Wasser liegt. An beiden Enden befinden sich Zugänge. Wie alle neuen U-Bahn-Haltestellen wird auch die über dem Moldauhafen barrierefrei ausgebaut. Ebenerdig sind Fußgänger*innen und Radfahrer*innen auf der zweiten Ebene unter der Haltestelle unterwegs.

Kann die Lage der Haltestelle noch verändert werden?
Nein, die Lage steht weitestgehend fest. Um den Stadtteil bestmöglich zu erschließen, sichert die Brückenlage über dem Moldauhafen sowohl den Zugang Hafentor- als auch zum Moldauhafenquartier und bindet den Stadtteil damit zentral an. Zudem erreichen die Anwohner*innen der Veddel die U4-Haltestelle bequem über die Veddeler Brücke.

Kann ich bei der neuen Haltestelle mitreden?
Im Rahmen des aktuell laufenden Online-Dialogs können alle Hamburgerinnen und Hamburger ihre Ideen einbringen. Denn wie bei anderen U-Bahn-Netzausbauprojekten auch wird die Planung von einem Beteiligungsverfahren der Hamburger*innen begleitet.

Wurden die Hamburger*innen nicht schon zum Thema Mobilität für den Grasbrook befragt?
Für die Planung des neuen Stadtteils haben HafenCity Hamburg GmbH (HCH) und die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) ein mehrstufiges Beteiligungsverfahren durchgeführt, bei dem die Bürger*innen ihre Ideen einbringen konnten, u.a. auch zum Thema Verkehr. Die Anregungen flossen in den städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenwettbewerb ein. Der Siegerentwurf des Teams Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten ist hier zu sehen.

Die HOCHBAHN steht im engen Austausch mit den Akteur*innen von HCH und BSW und beteiligt - auf den Ergebnissen des Verfahrens der HCH/BSW aufbauend - jetzt die Hamburger*innen zur Gestaltung der U-Bahn-Haltestelle. Im Vorfeld des Realisierungswettbewerbs zu Konstruktion und Gestaltung können Hamburger*innen nun ihre Ideen und Anregungen im Rahmen eines Online-Dialogs einbringen.


Weitere Informationen


(Stand: 16.11.2020)

Kommentare

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Alles schön und gut aber, für mich gehört eine U-Bahn unter die Erde, nur so ist ein von Witterungseinflüssen unabhängiger Betrieb gewährleistet. ich habe schon nicht verstanden, warum die Haltestelle Elbbrücken nicht in Tieflage errichtet wurde mit anschließender Unterquerung der Norderelbe mittels Absenktunnel. VG Rüdiger

Zu Rüdiger. Sollte man den Platz hier nicht hilfreiche Anmerkungen nutzen?
Die Hochbahn in HH ist über der Erde. Zu 50% plus x, seit 1912 - der Witterung ausgesetzt.
Sehr gut, dass es zukünftig dort weiter nach Süden geht! Freue mich auf das neue Quartier dort!

Wie geht's denn hinter dem Moldauhafen weiter? Die genaue Festlegung der Ausrichtung der Station zwingt ja praktisch dazu, sich hierzu Gedanken zu machen, denn es wird eine Festlegung für den Beginn des weiteren Verlaufs getroffen, die nicht mehr korrigierbar ist. Der Anschluss des Reiherstiegsviertels ist zudem überfällig.

Guten Tag und vielen Dank für Ihr Interesse am U-Bahn-Netzausbau.

Überlegungen zu einer Weiterführung der U4 ab Moldauhafen wurden bereits angestellt. Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen haben in ihrem Koalitionsvertrag 2020 die Absicht formuliert, die Gegebenheiten für eine über den Grasbrook hinausgehende Entwicklung zu untersuchen.

Für eine mögliche Weiterführung der U4 Richtung Wilhelmsburg hat die HOCHBAHN eine erweiterte Konzeptstudie erarbeitet, die als Grundlage für vertiefende Untersuchungen von verschiedenen Streckenverläufen und Haltestellenlagen dient. Diese Machbarkeitsuntersuchung soll noch 2020 starten, den Zuwendungsbescheid dafür hat die HOCHBAHN nun erhalten. Die Lage der U4-Haltestelle über dem Moldauhafen ist davon unabhängig und ermöglicht in jedem Falle eine Streckenverlängerung nach Süden. Sobald es hierzu Neuigkeiten gibt, informieren wir dazu auf dieser Website.

Eine Verlängerung der U4 muss zügig durch Wilhelmsburg (incl. Kirchdorf) bis zumindest nach Harburg geplant und gebaut werden.
Wenn man eine Verkehrswende auch für den Hamburger Süden erreichen möchte, muss das Schnellbahnnetz auch hier innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre massiv ausgebaut werden.